25 Jahre preiswürdige Fernstudienerfolge...

Vom Fernschüler des Jahres zum Studienpreis DistancE-Learning

Wer verdeutlicht das Potenzial der Lernmethode Fernunterricht besser und authentischer, als erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen? Und warum gibt es eigentlich noch keinen Preis, der die besonderen Leistungen Fernlernender würdigt und in der breiten Öffentlichkeit sichtbar macht?

Im Jahr 1985 rief der Fachverband Forum DistancE-Learning – damals noch als Deutscher Fernschulverband aktiv – als Antwort auf diese Fragen einen neuen Bildungs-Award ins Leben. Mit der „Fernschülerin des Jahres“ und dem „Fernschüler des Jahres“ hat alles angefangen – heute wird der Studienpreis DistancE-Learning jährlich an ca. 10 Preisträgerinnen und Preisträger in 6 bis 8 Kategorien verliehen.

Das Prinzip einer unabhängigen Jury ist bis heute geblieben: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wählen gemeinsam mit jährlich wechselnden Verbandsmitgliedern aus zahlreichen Nominierungen seitens der Fern(hoch)schulen aus. Diese schicken ihre besten Absolventinnen und Absolventen ins Rennen, deren Lernbiografien nicht nur durch Bestnoten bestechen, sondern auch durch nachweisliche berufliche Erfolge dank Fernunterricht und durch die Bewältigung besonderer Lebensumstände.

Lesen Sie mehr über die bewegte Geschichte dieses einzigartigen Bildungspreises:

Ein Preisträger der ersten Stunde erinnert sich...

Die Ehrung im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Rekordverdächtig und außergewöhnlich!

Neue Trends = neue Preiskategorien

Tokio Hotel und das Bundesverdienstkreuz: berühmte Preisträger/innen

Die Zukunft des Studienpreises
 

Ein Preisträger der ersten Stunde erinnert sich...

Im zweiten Jahr des Studienpreises wurde Konrad Fassnacht zum Fernschüler des Jahres 1986 gewählt. Als Jugendlicher brach er die Schule vor dem Abitur ab. Heute ist der 52-Jährige studierter Mathematiker und leitet mit der FCT Akademie für innovatives Lernen GmbH ein eigenes Unternehmen der Weiterbildungsbranche mit Schwerpunkt auf E-Learning und Blended Learning. Was ist geschehen?

Damals fand Konrad Fassnacht zunächst eine Anstellung als Beamter im mittleren Wetterdienst. Die Arbeit machte ihm Spaß, doch nach einigen Jahren fehlte ihm die Herausforderung. So entschloss er sich, das nachzuholen, was er in jungen Jahren irgendwie nicht gepackt hatte. „Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich die allgemeine Hochschulreife schaffen kann“, erinnert er sich. Die Schichtarbeit beim Wetterdienst machte es ihm aber unmöglich, eine Präsenz- oder Abendschule zu besuchen. Die Lösung: Er belegte den Fernlehrgang „Abitur“ und drückte von nun an drei Jahre die „virtuelle Schulbank“ – mit Erfolg. Er bestand mit 1,4 und wurde dafür zum Fernschüler des Jahres 1986 gekürt. „Diese Ehrung war für mich das Sahnehäubchen und ein ganz besonderer Abschluss eines erfolgreichen Weiterbildungsabschnitts in meinem Leben“, schwärmt er heute, 24 Jahre danach.

Konrad Fassnacht traute sich seit diesem erfolgreichen „Selbstversuch“ noch so einiges zu: Er studierte Mathematik und Informatik, schloss mit 1,1 ab, kehrte dem Wetterdienst den Rücken und begann eine neue Karriere bei Siemens. Und er lernte weiter, belegte u. a. die Fernlehrgänge „Experte für neue Lerntechnologien“ und „Diploma in Distance Education“. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für das Lehren. Seit 1994 verfasst er Lernhefte für die SGD und war im Rahmen eines globalen Führungskräfte-Weiterbildungsprogramms bei Siemens zuständig für E-Learning und Collaborative Learning.

„Mein Leben hat sich seit dem Abitur-Fernlehrgang völlig verändert. Der Lernerfolg hat mir den Mut zu diesen Veränderungen gegeben“, fasst er heute zusammen. „Am 1. April 2005 habe ich mein erstes eigenes Beratungs- und Weiterbildungsunternehmen gegründet und bin in den Verband Forum DistancE-Learning eingetreten. Jetzt bringe ich selbst erfolgreiche DistancE-Learner hervor!“

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Die Ehrung im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

 Seit 1989 erhalten die Studienpreisträgerinnen und -preisträger eine besondere Würdigung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im ersten Jahr überreichte Bundesbildungsminister Jürgen W. Möllemann (Foto 2. v. l.) die Urkunden, damals noch im Bonner Ministerium.

Seit 1999 finden die feierlichen Zeremonien in Berlin statt, mit einem zweitägigen Rahmenprogramm. Sollte die amtierende Ministerin bzw. der Minister verhindert sein, übernimmt in Vertretung der Parlamentarische Staatssekretär die Ehrung. Unser Film aus dem vergangenen Jahr zeigt den Parlamentarischen Staatssekretär Andreas Storm (Foto, links) bei der Auszeichnung.

In diesem Jahr findet die Ehrung im BMBF am 27. April 2010 durch den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel statt.

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Rekordverdächtig und außergewöhnlich!

 Der älteste Studienpreisträger (Hans Schulz, Foto) war 83 Jahre alt – und beruflich immer noch aktiv: als Animateur! Der jüngste Studienpreisträger war gerade einmal 16 Jahre alt und bereitete sich von Namibia aus, wo sein Vater als Entwicklungshelfer arbeitete, auf seinen Realschulabschluss vor. 

Immer wieder sind der Jury in der 25-jährigen Geschichte des Studienpreises Nominierungen aufgefallen, die einer besonderen Auszeichnung außerhalb der regulären Preiskategorien würdig waren. Auf diese Weise wurde zudem deutlich, wie groß das Spektrum der Zielgruppen für die Methode DistancE-Learning ist. Der Jugendpreis Fernlernen beispielsweise wird in unregelmäßigen Abständen an Jugendliche vergeben, denen es unter ungewöhnlichen Lebensumständen gelungen ist, sich per Fernunterricht auf einen Schulabschluss vorzubereiten. Berühmteste Jugendpreisträger waren im Jahr 2009 die Tokio Hotel-Twins Bill und Tom Kaulitz. Doch nicht weniger beeindruckend sind die Lernerfolge von Tabea Böhm, die in Pakistan per Fernunterricht für die Schule lernte, weil ihre Eltern dort ein Waisenheim leiten, oder von Laura Thron, die ohne ihre Eltern gemeinsam mit ihrem Bruder in die USA ging, um ihn bei seiner Tennis-Karriere zu unterstützen. Die Geschwister bereiteten sich beide von dort aus per Fernunterricht auf das deutsche Abitur vor.

Im Jahr 1994 wurde gar eine ganze Gruppe mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, und zwar 25 sorbische Absolventinnen des Studiengangs „Religionspädagogik“ an der Katholischen Akademie Domschule Würzburg.

Erstmals wurde im Jahr 1998 ein Sonderpreis an einen blinden Fernlerner verliehen, der sich per Fernunterricht fortgebildet hat. Seitdem wurde der Studienpreis Lernen mit Handicap weitere fünf Mal vergeben – und jede Lernbiografie ist zutiefst beeindruckend! Lesen Sie selbst, mit welch schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Preisträger/innen Jan Klaiber, Sebastian Dean, Cordula Griesinger, Sabine Mühlhaus-Liebich und Christa Elberfeld zu kämpfen haben und welche herausragenden persönlichen Erfolge sie per DistancE-Learning erreicht haben.

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Neue Trends = neue Preiskategorien

 Mit der Fernschülerin des Jahres und dem Fernschüler des Jahres hat 1985 alles angefangen – heute wird der Studienpreis DistancE-Learning jährlich an ca. zehn Preisträgerinnen und Preisträger in mindestens sechs Kategorien verliehen. 

Schon 1988 ist die Kategorie Lebenslanges Lernen dazu gekommen – und hat in den zurück liegenden zwei Jahrzehnten eine deutliche Umwidmung erfahren: Zunächst wurden vor allem Seniorinnen und Senioren, die sich im hohen Alter noch fortbildeten, mit diesem „Ehrenpreis“ – wie er damals noch hieß – ausgezeichnet. Heute sind es vorrangig die Anfang 40- bis 50-Jährigen, die beweisen, wie sie die Idee des kontinuierlichen berufs- und lebensbegleitenden Lernens erfolgreich umsetzen – so zum Beispiel Regina Mühlich, die im Alter von 41 Jahren bereits auf 20 Jahre Fernlernen zurückblickt und sich so eine eindrucksvolle Berufslaufbahn eröffnet hat.

Seit Jahren studieren immer mehr Menschen an einer Fernhochschule oder nutzen das Angebot an Online-Studiengängen von Präsenzuniversitäten. Um das Potenzial von DistancE-Learning auf Hochschulniveau zu dokumentieren, vergibt der Fachverband seit 2005 jährlich den Studienpreis DistancE-Learning auch in der Kategorie Fernstudentin des Jahres sowie Fernstudent des Jahres. Die bisherigen Preisträger/innen dieser Kategorie haben ihre Karrieren auf beeindruckende Weise beflügeln können, nachzulesen in den Preisträger-Portraits über Elke Frank, die sich als berufstätige Mutter per Fernstudium von der Krankenschwester zur Pflegedienstleiterin entwickelte, oder Ulrike Rose (Foto), die bei Airbus dank ihres Fernstudiums von der Sachbearbeiterin zur Abteilungsleiterin aufstieg.

Seit 2005 erhalten erstmals nicht nur Absolventinnen und Absolventen einen Preis, sondern auch diejenigen, die innovative Fernstudienkonzepte entwickeln und DistancE-Learning mit herausragenden Serviceleistungen anbieten bzw. über die Methode forschen und publizieren, um auf diese Weise an der Etablierung mitzuwirken. Mit den neuen Preiskategorien Service des Jahres, Innovation des Jahres und Publikation des Jahres stehen Branchenexpertinnen und -experten im Lichte der Öffentlichkeit. Erster Preisträger in der Kategorie Publikation des Jahres war Dr. Hans-Henning Kappel, Leiter des Fernstudienzentrums der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Verfasser der Artikelserie "Qualifikation & Erfolg" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dr. Kappel ist mittlerweile festes Mitglied in der Studienpreis-Jury.

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Tokio Hotel und das Bundesverdienstkreuz: berühmte Preisträger/innen

 Die berühmtesten Studienpreisträger in der Geschichte des Awards waren Bill und Tom Kaulitz (Foto) von Tokio Hotel. Die Zwillinge wurden mit dem Jugendpreis Fernlernen 2009 ausgezeichnet, und zwar für ihr vorbildliches schulisches Engagement, sich trotz und neben ihrer kometenartigen Musiker-Karriere per Fernunterricht auf ihren Realschulabschluss vorzubereiten – den sie beide mit der Traumnote 1,8 bestanden.

Immer wieder waren in den vergangenen 25 Jahren unter den Ausgezeichneten Menschen, die schon in anderen Zusammenhängen Herausragendes geleistet haben und dafür im Rampenlicht standen:

Ein paar Jahre vor Tokio Hotel war es ein Box-Weltmeister, der zum ersten Mal außerhalb des Rings einen Preis gewann: Torsten May, ehemaliger Olympiasieger der Amateure und Europameister der Profis im Leichtschwergewicht, boxte sich zu seiner Trainer-Karriere per Fernunterricht durch und wurde Fernlerner des Jahres 2005.

Im gleichen Jahr gewann Julia Kammerlander ihren ersten Preis, ohne dafür Klavier zu spielen: Die damals 16-jährige „Jugend musiziert“-Gewinnerin von 2000 bis 2004 bereitete sich per Fernunterricht auf ihren Realschulabschluss vor, wofür sie nach einem langen Gang durch die Behörden endlich eine Sondergenehmigung von der Schulbehörde erhielt. Denn weil in Deutschland bis zum Ende der 10. Klasse für Jugendliche die Schulpflicht herrscht, schien es zunächst unmöglich, dass Julia eine für musikalisch oder anderweitig hochbegabte Kinder so dringend notwendige flexible Lösung findet. Erst als ihr der Wechsel von einer Präsenzschule zu einer Fernschule ermöglicht wurde, konnte sie ihr Talent in beiden Bereichen voll entfalten – und erhielt dafür den Jugendpreis Fernlernen 2005.

Einmal gab es sogar das Bundesverdienstkreuz für zwei Studienpreisträger: Alice Beil (61) und Dr. Manfred Baumann (73) – beide mit dem Studienpreis Lebenslanges Lernen 2007 ausgezeichnet –belegten Fernlehrgänge, um sich für ein Ehrenamt zu qualifizieren. Dieses Engagement beeindruckte sogar den Bundespräsidenten: Am 12. Dezember 2007 wurden die beiden mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Mit dieser hohen Auszeichnung wurde das Engagement gewürdigt, mit dem sich Alice Beil und Dr. Manfred Baumann in besonderer und außergewöhnlicher Weise der lebenslangen Weiterbildung gewidmet haben.

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Die Zukunft des Studienpreises

Die Zukunft des Studienpreises DistancE-Learning sieht wahrlich rosig aus:

Über 350.000 Menschen bilden sich in Deutschland jährlich per DistancE-Learning weiter – Tendenz steigend. Jede Absolventin und jeder Absolvent ist ein potenzieller Preisträger bzw. eine potenzielle Preisträgerin, denn sie alle haben bewiesen, dass sie sich eigenmotiviert und zielorientiert parallel zu Beruf und Familie erfolgreich fortbilden können. Jedes Fernlehrinstitut hat Jahr für Jahr die Chance, seine Besten ins Rennen zu schicken.

Rund 350 Anbieter mit staatlich zugelassenen Fernlehrgängen bzw. tutoriell betreuten eLearning-Kursen gibt es zurzeit. Allen sind Innovationen und herausragende Serviceleistungen zuzutrauen, für die es seit 2005 eigene Preiskategorien gibt. Wissenschaftler wie Fachjournalisten haben zudem Chancen auf den Publikationspreis DistancE-Learning.

Wenn Sie sich für eine Nominierung für den Studienpreis 2011 interessieren, dann schauen Sie sich einfach die Teilnahmebedingungen und die Bewerbungsunterlagen an. Alle Anbieter von Fernstudien und E-Learning-Kursen können ihre besten Absolventen/innen ins Rennen schicken oder eigene Projekte vorschlagen. Die Bewerbungsfrist ist der 31. Oktober 2010.

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